Boccia, Boule, Pétanque oder ?
Man hat es schon oft erlebt. Da stehen die „Stöpsel“ im besten Fragealter mit ihrer Begleitung an unserem Spielfeld und wollen wissen: „Was spielen die da?“
Zu 90% kommt von der natürlich „alles wissenden Begleitung“ sofort mit inbrünstiger Überzeugung die Antwort: „Boccia!“
Da bist du als Boule- Spieler und auch als Pädagoge gefordert, denn so einfach die Wahrheit herausposaunen geht nicht. Damit untergräbst du die Autorität von Mama, Papa oder wer auch immer die kluge Antwort gegeben hat und richtest womöglich nicht wieder gut zu machenden Schaden an.
Also antwortest du gerade noch hörbar: „Fast“ und wesentlich lauter: „richtig!“
Mit etwas Glück hast du so genügend Aufmerksamkeit erregt, um die prägnanten Merkmale des Pétanque- Sport erläutern zu können.

Foto: Bernd Puhlmann
Nun solltest du aber nicht unbedingt damit beginnen, daß Kugelspiele schon immer die Menschen fasziniert haben und man schon bei den alten Ägyptern Darstellungen davon gefunden hat. Auch die Erwähnung, daß im Mittelalter die in einigen Regionen praktizierten Spiele mit Kugeln suchtähnliche Ausmaße annahmen und daher von der Obrikeit verboten wurden, kann deine gerade gewonnenen Zuhörer schnell vergraulen.
Beginne am Besten damit, Boule ist ein Oberbegriff von Kugelspielen, die mit Metallkugeln ausgeführt werden, während Boccia und Bowls auch zu den Kugelspielen zählen, aber mit Holz- bzw. Plastikkugeln gespielt werden. Pétanque ist eine spezielle Art des Boule- Spiels, da es nicht aus der Bewegung heraus gespielt wird. Abgeleitet vom provenzialischen Begriff „ped tanco“, was sinngemäß mit Fuß auf dem Boden übersetzt werden kann, darf ein Spieler erst dann den Wurfkreis mit den Füßen verlassen, wenn die Spielkugel auf dem Boden gelandet ist.
Gespielt wird Pétanque in folgenden Formen:
Tete a tete 1 Spieler - 1 Spieler mit je 3 Kugeln
Doublette 2 Spieler - 2 Spieler mit je 3 Kugeln
Triplette 3 Spieler - 3 Spieler mit je 2 Kugeln.
Der Beginner des Spiels wird ausgelost und wirft seine erste Kugel, danach spielt der Gegner bis seine Kugel näher an der Zielkugel liegt oder die Kugeln aufgebraucht sind.
Die Entfernung der Zielkugel vom Wurfkreis liegt bei Erwachsen vor dem ersten Wurf einer Kugel zwischen 6,00 und 10,00 m. Eine Mannschaft erhält am Ende einer Aufnahme so viele Punkte, wie sie Kugeln besser zu liegen hat, als die beste Kugel des Gegners. Gewonnen hat die Mannschaft, welche zuerst 13 Punkte erreicht hat.
Für gewöhnlich hast du mit diesen Ausführungen die Aufnahmelust und Geduld deiner Zuhörer genügend strapaziert und die Faszination, die diesem Spiel inneliegt, kann man schlecht mit Worten beschreiben, man muß sie erleben und das wäre schon wieder ein neues Kapitel.